13/09/2008 18:41 Alter: 11 yrs

Multimedia für die Kids

Kategorie: 89/2008 - Literatur 89/2008 - Literatur

?Bis vor kurzem fristete Pippilotta Viktua- lia Rollgardina Pfefferminza Efraimstoch- ter Langstrumpf das klassische Dasein der meisten Buchheldinnen. Eingebettet zwischen den Buchdeckeln lagen ihre Streiche in der Bibliothek nur Schwarz auf Weiß vor, mit je nach Ausgabe immerhin einigen farbigen Illustrationen. Nun aber gibt es in der städtischen Bibliothek die Abenteuer der bestbekannten Heldin von Astrid Lindgren auch als Verleihfilm.  Pippi ist die Anführerin einer starken Truppe, und sie befindet sich in aller- bester Gesellschaft. Denn seit die städtische Bibliothek mit ihren rund 73000 Büchern vom Centre Hamilius in die Lantergässel umgezogen ist, dahin, wo früher das Ciné Cité mit James Bond & Co lockte, sind nun auch Filme im Angebot zu finden. Und so warten neben der neunjährigen Göre mit den langen lustigen Ringelstrümpfen auch Harry mit dem Zauberstab, Dornröschen, Laura mit dem Stern, Babar, die Helden der Augsburger Puppenkiste, die Kinder von Bullerbü, der kleine Maulwurf, Ritter Rost und viele andere Helden darauf, dass Kin- derhände begeistert nach ihnen greifen. Das DVD-Angebot begreift derzeit etwa 1 000 Titel. Hinzu kommen noch ein- mal 500 Hörbücher, doch Bibliothekslei- terin Maggy Schlungs muss trotz diesem soliden Startpaket eingestehen, dass ?dat bei wäitem nët duer geet. Do muss nach viii nokommen." Im Centre Hamilius, wo die Bibliothek seit 1978 untergebracht war ? seit ihrer Gründung im Jahre 1968 befand sie sich am Theaterplatz ?, gab es aus Platzmangel nur Bücher, und umso erfreuter zeigen sich jetzt die Verantwortlichen, dass das medi- ale Zeitalter definitiv seinen Einzug gehal- ten hat, wie dies im Ausland übrigens seit längerem der Fall ist, auch wenn im Cité- Center das Buch nach wie vor im Mittel- punkt steht. imedia Wznter an der Stad Op de Wee& ass et glat Wien net oppasst, dee schleit d'Rad. Wie kee gudden Uewen huet Setzt op Ais, wann hie sech bued. Guy Rewenig12 Kindertreff im Herzen der Stadt Die Attraktivität der neuen Adresse mitten in der Fussgängerzone im Herzen der Stadt, dürfte in der Tat viel zur steigen- den Popularität beitragen. Nicht weniger als 2000 Neueinschreibungen gab es allein im ersten Monat. Betritt man etwa am Samstagvormit- tag die neue Stadtbibliothek, so trifft man alle Altersgruppen an. Jung und alt geben sich dort ein regelrechtes Stelldichein. Zum Teil liegt dies sicherlich auch an der Kinder- animation, die seit dem Umzug ein fester Bestandteil des Programms geworden ist und eine wachsende Kinderschar zwischen fünf und zehn Jahren anzieht. Die Verant- Marthy Bracke liest far die Kinder aus Anthony Brownes ?Stimmen im Park" wortlichen betraten mit diesem Angebot Neuland, und in Zukunft gilt es vor allem Erfahrungswerte zu sammeln. Im ersten Untergeschoss ist also erst-mals um halb elf Rendezvous. Zurzeitsetzen die Verantwortlichen Verantwortlichen voll auf das beliebte ?Kinderbuchkino", bei dem in Form einer Diashow eine pädagogisch interessante Geschichte erzählt wird. Die spezifisch lu-xemburgische Sprachensituation, wirkt sich auch auf diese Programmgestaltung aus. Denn keine sprachlich homogene Gruppe sitzt dort in freudiger Erwartung, sondern ein bunt gemischtes Völkchen. Die Organi- satoren sind auf (fast) alles vorbereitet, also vor allem auf junge luxemburgische, deut-sche und französische Besucher. Sief léif mat asem Buch!Ein Ort zum Schmökern Bisher stellte diese kleine sprachliche Einschränkung noch kein wirkliches Problem dar, denn wenn mal einer oder eine etwas nicht verstanden hatte, wurde halt kurzer- hand übersetzt. In den ersten Wochen hat sich bisher herausgeschält, dass es vor allem die Eltern fünf- bis achtjähriger Kinder sind, die ihre Sprösslinge hier anmelden. Der angenehm gestaltete Raum ? eine Seite ist verglast mit wunderschönem Aus- blick in einen Innenhof ? bietet dem neu-gierigen Nachwuchs neben einer großen Sitz- und Liegefläche in Form einer zwei-stufigen Treppe auch Platz auf farbigen Kinderstühlen. Vor allem aber lädt dieser Ort zum Schmökern und Verweilen ein. Ein prall ge- fülltes Regal mit Comic-Heften wird hier an so manchem freien Nachmittag in Beschlag genommen, denn gerade Tintin, Astérix und Co bieten sich geradezu als ideale Be- gleiter für den sanften Einstieg ins Franzö- sische an. cité Ein prall gefülltes Regal mit Comic-Heften wird hier an so manchem freien Nachmittag in Beschlag genommen, denn gerade Tintin, Astérix und Co bieten sich geradezu als ideale Begleiter für den sanften Einstieg ins Französische an Im ersten Untergeschoss befindet sich auch der Bücherschatz mit beliebten Au- torinnen und Autoren wie Cornelia Funke, Christopher Paolini, Mary Pope Osborne und vielen anderen. Rund 15000 Medien- einheiten ? so der bibliothekarische Fach-begriff ? Rücken an Rücken in den Regalen für Kinder und Jugendliche. Im Angebot für die Jüngeren überwiegt die deutsche Spra-che ganz deutlich: zweifellos ein Tribut an das luxemburgische Schulsystem. Übrigens: Die eifrigsten Benutzer der Stadtbibliothek kamen bereits im Centre Hamilius nicht aus der Gruppe der Senio-ren, wie man es durchaus hätte vermuten können, sondern es waren seltsamerweise die Gymnasiasten. Diese Zwölf- bis Neun- zehnjährigen bleiben auch weiterhin neben den ABC-Schützen die meistumworbene Gruppe, meint jedenfalls Marthy Bracke als Verantwortliche für diesen Bereich. Kein Wunder, denn sie sind ja auch die zukünfti- ge Kundschaft der neuen Stadtbibliothek. Martine Reuter bi bli?thèque imedm t),/ilovs De Schnéimünnchen an dSonn ILou ? Müi Schnéimünnchen heescht Tunn an huet um Kapp eng Dunn Eng Paprika, dat ass süi Mond séng Nues, eng Muert vu bal zwee Pond. Josy Braun 13


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