07/09/1999 18:47 Il y a : 19 yrs

Hei hues de en Daler

Catégorie : 62/1999 - Euro 62/1999 - Euro

?Hei hues de en Daler Welches Geld kursierte in Luxemburg in alter Zeit? Philipp IV. (1621-1665): Patagon, der 1635 in Luxemburg geschlagen wurde. Diese sehr gut erhaltene Münze stammt aus einem 1954 in Ell gefundenen Münzenschatz Thaler (nach damaliger Rechtschreibung mit th geschrieben) hatten unsere Großväter in ihrer Kindheit vielleicht noch in Händen gehabt, als im Zweiten Deutschen Kaiserreich solche Stücke im Umlauf waren. Luxemburg war bis 1919 Mitglied des Deutschen Zollvereins; kein Wunder, dass preußische Münzen dieser Art auch hierlands kursierten. Sie gelten so viel wie drei Mark, also 3,75 Goldfranken. Aber diese Thaler waren die letzten Abkömmlinge ihrer ehemals weit verzweigten Familie, wenn man von den überseeischen Dollarvettern einmal absieht.Karl V. (1515-1555) Taler gab es schon seit dem 15. Jahrhun- dert. Ihren Kurznamen hatten sie bekanntlich vom Silberbergwerk Joachimsthal in Böhmen und wurden damals von den Grafen Schlick geprägt. Gutes Geld findet Nachahmung: So ließen Karl V. und Philipp II. in ihren Nieder- landen (wozu auch Luxemburg gehörte) Taler schlagen, letzterer auch in der Stadt Luxemburg, wie es dann auch Albert und Isabella taten. 1644 wurde die Luxemburger Münzstätte (zuletzt in der oberen Philippgasse) endgültig geschlossen. Ab diesem Datum musste man im Herzogtum mit anderwärts geprägtem Geld meist fremder Herren Vorlieb nehmen. Karls V. Taler war als Carolus bekannt, den Philippstaler bezeichnete man auch mit Patagon oder Kreuztaler. Als Unterteilungen gab es den Sou oder Sol (auch Stüber genannt, daher luxemburgisch Steiwer, welcher Ausdruck sich noch in der Ortsbezeich- nung um leschte Steiwer wiederfindet), den Escalin (Schilling, zu 6 Sous) sowie die Kupfer- münzen des Liard (Heller zu 1/4 Sou) und des Gigot oder kleinen Hellers (zu Vs Sou). Galt der Philippstaler anfangs 60 Stüber, so wurde der nachfolgende leichtere Patagon zu 48 ausge-geben. Unter den österreichischen Habsburgern (Karl VI., Maria-Theresia, Joseph II., Leopold II.) im 18. Jahrhundert liefen hierlands die normalen Jost Amman, Das Ständebuch (1568) Xtlit Ein großer Meister malt den großen Kaufmann: Dürer-Porträt des Jakob Fugger, Geldgeber Karl V. er VAn*Atfa4fct/ Mt*/ to an firn nni, govt.*/ ronaater rnb af iefs/ r prof iftinfitict fctaOnti vittreutt4rtmpli3c*PfetinW 't purr+ fo aUer mom ig edlt put iantrtrtruntij Ormanb gefdAtgratins. Esterlin, Jean l'Aveugle Luxembourg (1309-1335) CMMN HAL Krontaler der habsburgischen Niederlande (Belgien, ohne Lüttich) um, die auch im Rhein-land verbreitet waren und in den Akten meist als Reichstaler figurieren. Nur als Kleingeld gab es speziell für Luxemburg geprägte Münzen, den Sou (zu 12 Deniers), den Liard (1/4 Sou) und eben den Denier (auch Pfennig) und ihre Vielfachen. Maria-Theresia hatte versucht, die österreichi- sche und süddeutsche Guldenwährung (florins) auch im Herzogtum Luxemburg durchzusetzen, doch blieben die Luxemburger lange noch bei der gewohnten Talerordnung, so dass der Gulden zwar als Rechnungseinheit (zu 20 Sous) viel, im Alltag aber wenig benutzt wurde. Damit war nun aber das Reservoir keines-wegs erschöpft. Neben all diesen Arten kursier- ten hierlands auch niederländische Dukatons (Silber, zu 60 Sous), Trierer Albus' (auch Peter- männchen genannt, weil Sankt Peter in Trier den Heiligenpatron spielt und sein Abbild daher auch die Münzen zierte) und vor allem französische Louis d'or und Louis d'argent, von andern Stücken gar nicht zu reden, wie sie in bunter Vielfalt in Schatzfunden vorkommen. So wurden beispielsweise 1938 in Echternach Goldstücke des 16. und 17. Jahrhunderts aus Brabant, Tournai, Geldern, Zeeland, Mainz, Salzburg und Spanien in einem und demselben Schatz entdeckt. 1672 vermittelte P. Alexander Wilt- heim eine Zahlung, die aus folgenden Stücken Maria-Theresia, Dukaten (Antwerpen, 1752) CMMNHAMünzprägung (l'Encyclopédie, BNL) bestand: 3 Souverains, 5 écus de France, 12 Dukaten, 5 Pistol les de France, 6 Pistol les d'Espagne, 3 demi-Pistolles de France, 3 demi- Pistol les d'Espagne, 7 Gold-escalins, 3 Doppel- dukaten, 1 demi-Pistolle de Liége, 1 Goldtaler Philipps II., 1 holländischer Patagon und 2 Schil-ling; der Gesamdwert betrug 1351/2 Reichstaler. (R. Weiher, La circulation monétaire et les trou- vailles numismatiques du moyen Age et des temps modernes au pays de Luxembourg, vol. III, 167). Im Pfarrregister der hauptstädtischen Nikloskirche (am Krautmarkt) aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhundert kann man nachlesen, wie dem Pfarrer Anton Feller die Kasualien, also der Entgelt bei Taufen, Vermählungen, Trauer- Almanach Anfang 19. Jahrhundert ANL Le franc germinal feiern, in ganz verschiedenen Münzen ausbe- zahlt werden; 4, 6 oder 8 Stüber von einfachen Leuten; von Adligen, Offizieren, Stadtschöffen erntete der Pastor Patagons oder Pistolen; die Taufe eines Sohnes des Advokaten Knepper, bei der Ludwig XIV. die Patenschaft gnädigst über-nommen hatte, brachte gar sechs Pistolen ein. 1794 brach dann auch im alten Luxemburg ein anderes Zeitalter an. Im Département des Forêts herrschte nun der französische Zentralis- mus. Wer aber jetzt der Meinung war, die neuen Herren würden auch in Gelddingen table rase machen und bessere Zustände herbeiführen, sah sich schnell ernüchtert. Wohl gab es neues Geld, sogar von einer bis dahin völlig unbekannten Art, Papiergeld nämlich in Gestalt von Assignats. Weil diese staatlichen Schatzbons aber in der Praxis schon bald das Material kaum noch wert waren, auf dem man sie in der Schnellpresse gedruckt hatte, blieben auch noch die alten französischen Münzen und diejenigen der Habsburgerzeit weiter im Kurs. So galt noch lang der Luxem- burger Taler (theoretisch) 4,61 francs und der franc 1 escalin, 5 sols und 1 liard, was natürlich die Umrechnungen mindestens eben so proble- matisch machte wie heute diejenige des Euro mit seinen 40,3399 unserer Franken. Auch Napoleon Bonaparte machte der ganzen Währungsbuntscheckigkeit noch kein Ende; die Vielfalt dauerte bis weit ins 19. Jahr-hundert hinein. Doch gelang ihm wenigstens die Geldstabilisierung. Am 7 germinal an XI (1803) gründete er den neuen französischen Franc zu 5 Gramm Silber (im Verhältnis 15,5 :1 zum Gold). Damit entstand der Goldfranken, der bis zum Ersten Weltkrieg über hundert Jahre lang den Erdkreis beherrschte. Paul Margue L,,m4Ww.E.m:AU


Fichiers :
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