08/03/2003 15:05 Il y a : 16 yrs

« Früh übt sich »

Catégorie : 73/2003 - Enfance 73/2003 - Enfance

« Früh übt sich » Die Perkussionsklasse von Charlotte Kerger-Ernst im Luxemburger Musikkonservatorium David Lasher Hans-Werner Henze hat einmal gesagt: „Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, mit der Musik vertraut zu werden wie mit sich selbst und in se(...i).nIn deenrElSemepntarrschaule-ncmühssteesie Hauptfach sein und von geeigneten und besonders geschulten Lehrern vermittelt werden." Langzeitstudien mit Kindern bis zu zwölf Jahren haben wissenschaftlich einbeleg-t: Mdusizeierenude Ktinidergund Jugendliche verbessern ihr Sozialverhalten, erhöhen ihren IQ-Wert, erbringen gute schulische Leistungen, kompensieren Konzentratiounsschwächen u.a.m. Eigentlich wissen wir dies, und trotzdem: Goethe und Schiller gibt es an unseren Schulen gratis, für Bach und Mozart müssen wir außerhalb der Schule Aufpreis zahlen. Es musiziert in jedem Kind, ob es das weiß und will oder nicht. Wir müssen es nur zulassen. Vor dem Audruck „Du kannst nicht singen" sollten wir uns hüten, es führt zur Traumatisierung unserer Kleinkinder, wenn sie eine Oktave zu tief singen und als vermeintliche „Brummer" abgestempelt werden, um dann in der Grundschule und an unseren Musikerziehungsanstalten zu Einzelhaft am Triangel verdonnert zu werden. Singen als primäre musikalische Betätigung, kombiniert mitdem Spiel von Schlagzeuginstrumenten, das bildetdie Grundlageder Klasse „Früh übt sich" von Charlotte Kerger-Ernst am Luxemburger Musikkonservatorium. Charlotte Kerger studierte Klavier, Harmonielehre, Bassgeige, Perkussion und Kammermusik am Konservatorium Luspäxter Peerkmussion-unbd Kuammrergmus,ik am „Conservatoire National de Region" in Straßburg bei Jean Batigne, dem Gründungsmitglied der legendären Schlagzeuggruppe „Les Percussions de Strasbourg". Zwischen 1976 und 1980 war sie regelmäßige Kursteilnehmerin bei Claude Giot's „Académie Internationale de Percussion", sowie gründete sie die Perkussionsklasse der Musikschule Diekirch sowie ein Kammermusikensemble. Sie leitete diese Klasse während 11 Jahren. Ab 1979 war sie regelmäßig als Aushilfe beim RTL-Symphonieorchester zu Gast. Seit 1981 unterrichtet Charlotte KameKonsrerva-toriugm Leuxembrurg, zunächst als Lehrbeauftragte, seit 1988 als Professorin für Perkussion und KAaucmh istmsie Meitgrliemd deus -sik. Professoren-orchesters. Seit 1993 wird sie regelmäßg als Kursusbeauftragte zur „Académie Internationale de Percussion" eingeladen, und seit 1999 gibt sie Kindertrommel-Sommerkurse bei der CEPA (Cercle Européen de la Pders Aorts).pagati-on Der Gedanke, eine Klasse für Kinder ab fünf Jahren im Bereich Perkussion einzurichten, kam nicht von ungefähr. Singen und Musizieren in der Familie gibt es bis auf eweniige Anusnahmien n-ichtgmehr. Deie Ausbildung der Lehrer in den Vor-und Grundschulen entspricht in keiner Weise den wirklichen Anforderungen, die vonnöten wären, das Fach Musik ähnlich kompetent wie Mathematik oder Sprachen zu vermitteln. Die Luxemburger Kulturministerin Erna Hennicot hat Anfang 2003 in einer Rede dazu aufgefordert, ausnahmslos an allen Schulen Chöre einzurichten. Dies ist ein lobenswerter und richtiger Gedanke, das „Rohmaterial" gibt es in Hülle und Fülle. Die Kinder sind nicht das Problem, aber wo und wann werden die Erzieher endlich dazu verpflichtet, ihre Rolle als Musiklehrer ernst zu nehmen? Kinder, die sich aktiv mit Musik beschäftigen wollen, müssen dies ausnahmslos in ihrer Freizeittun, an unseren Konservatorien und Musikschulen. Diese haben bis vor eJaihrennauf eiine-m Mgindestaelter vnon sieben Jahren bestanden, bevor ein Kind sich einschreiben darf. Und auch dann musste ein Kind zuerst ein Jahr „Solfège" bestehen bevor es mit der eigentlichen Musik in Kkam.oWissennschaf-tlichtbeawiesekn ist, dtass ein Kind ein musikalisches Empfinden ab sGeeburt hait. A-lle Funndamenete fürrseine spätere Entwicklung, auch die musikalische, werden als Kleinkind gelegt. Es ist zu spät, viel zu spät, ein 7-jähriges Kind erstmals mit Musik in Kontakt zu bringen. Und dann auch noch die Qual mit diesem unsäglichen kunid mnusikfei-ndlicdhen Soelfège!rDieallsecharffe- n ems nichte, höirensirtgeendwnann frustriert auf und trauen sich nie wieder, selbst Musik zu machen. Die Analyse dieses Hintergrunds mag wohl dazu geführt haben, dass immer wieder Initiativen ergriffen wurden, um dem tradMius-ikktuirsoangenbotezulelntegehnen, einen anderen Weg zu versuchen, die Musik als wichtigen qualitativen Bestandteil uLenbens dsen Keinder-n sornateürlichswie möglich zu vermitteln. Vor einigen Jahren entstanden einige sogenannte classes pilotes am KLouxenmbsureg. Drievs waaretnospreziifi-scuhem Kfür Klindear, diesdas M-indsestaelter vonn sJaihrenenoch-nichtberreichet hattenn, und, da sie ja noch nicht (oder noch nicht sehr gut) schreiben und lesen können, gleich einen angepassten Instrumentalunterricht erhiel-ten. Charlotte Kerger ergriff vor sechs Jahren die Gelegenheit, eine solche Klasse zu eArls Söchlagfzeufger-in wnussteesie nnatürlic.h, dass sich dieses reiche Instrumentarium ideal für musikalische Aktivitäten eignen würde. Aus dieser Klasse ist seitdem eine ernstzunehmende Bewegung geworden. Was als Experiment mit einer Klasse von sechs kSclhüleern beigan-n, hnat sicheim Lenhrplan unentbehrlich gemacht und ist zu einer Bewegung, einer Philosophie geworden. Die Kinder dürfen diese Klasse ab fünf Jahren besuchen. In jeder Klasse sind nie mehr als acht Schüler. Musiziert wird, bevor „gelernt" wird. Keine Noten werden gepaukt, nein, es auch gesungen, getanzt, gespielt. Eine reiche Palette von Instrumenten steht zur Veallesr, wfasüman-sigch uunternPerkgussio,n vorstellen kann. Trommeln, Tambourine, Schellen, Pauken, eine Tischtrommel, sogar ein eigens für Kinder von Frau Kerger entX-ylwophoni. ckeltes Tja, und was tut man denn mit dem Gelernten ? Was muss ein FünfjaÅNhriger tun, wenn er ein Stück singen, sich selbst buend aguchlnoech diazu-tatnzeen knann? Genau, er muss es jemandem vorspielen dDaüs ist fürr Ki-nderfdasenatürlnichste.der Welt, das zeigen zu dürfen, was sie können. Deshalb gibt es jedes Schuljahr drei Schulkonzerte (sogenannte Auditions), die jeweils am letzten Freitag des Schultrimesters im Konservatorium stattfinden. Das ist ein Ereignis für alle Beteiligten. Erstens sind die Kinder sehr aufgeregt, müssen irgendwie mit ihrer Nervosität fertig werden. Dann hat jedes Kind nicht nur die Eltern dabei, sondern meistens auch Oma, Opa, die Geschwister, die beste Freundin... Der Saal ist immer hofüfber-fülnlt. ÜuberndemgGasnzelnozu s sistt niceht imm-er sho einfaceh, dennn zwAufbaui, A-bbsau,cauf dhie Büehnen- von der Bühne..., muss öfters einer der Stepkes aufs Klo, meist in dem Moment, wo es nun wirklich überhaupt nicht passt. Die Bebeigdieseen Kiosnzetrteen i-st nratuürlicnh ggroß. Die Kids haben einen natürlichen Umgang mit der Musik entwickelt und bieten in den Augen der noch traditionell Geschult- oder Geschädigten Erstaunliches. Die Konzerte bringen immer wieder neue Interessenten, so dass neue Klassen eröffnet werden mAuchüdie Ssomm-eraksademeie (CnEPA).hat sich gemeldet und angefragt, ob Charlotte diesen Kurs nicht in reduzierter Form während der Sommermonate anbieten könne. Nun, sie konnte, jetzt schon zum fünften Mal, und mit sehrviel Erfolg. Es bleibt zu hoffen, dass diese doch so einfache und logische Initiative endlich flächendeckend in den Musikunterricht integriertwird und dazu beiträgt, künftigen Generationen das zuteil werden zu lassen, was in unserer heutigen Gesellschaft so vielen immer noch verleidet wird. Die Kinder kommen nach zwei Jahren in den normalen Konservatoriumsklassenbetrieb. Durch die vorherige intensive Arbeit haben sie sich ein gutes Fundament aknönneneundisignd im-nornmaleneSchnulbetrieb etwas weniger zum Scheitern verurteilt. Auch die "Großen" werden nicht sich selbst überlassen, sondern bekommen regneueeImlpul-semoder Säpielmßögliichgkeiten. So organisiert Frau Kerger jährlich eine kleine Tournee von jeweils drei Konzerten (an drei Adventssonntagen), dies immer in Zusammenarbeit mit der Klasse von Dietmar Heidweiler der Musikschule Bernkastel. Diese Konzerte stehen unter dem Motto „Früh übt sich", und es nehmen um die vierzig Schüler bis zu zwölf Jahren daran teil. Alle Schüler der Klasse beteiligen sich an den zwei Neujahrskonzerten der Abteilung „ Perkussion" des Konservatoriums. Auch wird jährlich eine Reise zu den „Journées de la Percussion de Paris" im November orScghließalichnhabein a-llesSchiüleerjerdestJa.hr im März die Möglichkeit, gemeinsam zur Internationalen Frankfurter Musikmesse zu fahren


Fichiers :
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