13/06/2008 18:30 Alter: 11 yrs

Tourismus in einer kleinen Metropole

Kategorie: 88/2008 - Tourismus 88/2008 - Tourismus

?EDITORIAL TOURISMUS IN EINER KLEINEN METROPOLE Unsere Fremdenführer preisen Luxemburg als schöne tausendjährige Festungsstadt, und da es ja sicherlich nicht am Klima liegen kann, dass die Tourismusbran-che sich in den vergangenen Jahren zu einem der be- deutendsten Wirtschaftszweige gemausert hat, muss man wohl davon ausgehen, dass die Werbung für einmal nicht allzu weit von der Wirklichkeit entfernt ist. Im übrigen genügt ein kurzer Spaziergang durch die Altstadt, verbunden mit einem Rundblick von der Corniche hinab in die Unterstädte, um auch den letz- ten Skeptiker davon zu überzeugen, dass Luxemburg in der Tat seinen unverwechselbaren Charme hat. Wenn die alte Festungsstadt sich trotz aller urbanis-tischen Todsünden der letzten Jahrzehnte ihre ur- sprüngliche Schönheit und ihre eigenwillige Identität zu erhalten wusste, dann mag das mehrere Ursachen haben. Einer der Hauptgründe ist aber zweifellos die Tatsache, dass die industrielle Revolution sich im Großherzogtum zum allergrößten Teil auf den Süden des Landes beschränkte. Als glücklicher Umstand darf des weiteren gelten, dass die Hauptstadt in den beiden Titelbild: Guy Hoffmann Weltkriegen, eben weil sie strategisch keine wichtige Rolle spielte, ziemlich unversehrt geblieben ist. Der hemmungslose Bauboom, der vor allem in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahr-hunderts seine eher hässlichen Spuren hinterlassen hat, sorgte aber glücklicherweise in den letzen Jahr-zehnten bei vielen Menschen für ein neues ästheti- sches Bewusstsein. Wenn also der Luxemburg-Tourist hier noch so man- ches entdeckt, was in anderen Städten längst den Pla- nierraupen zum Opfer gefallen ist, dann haben wir das wohl eher dem Zufall, einer guten Portion Glück und nicht zuletzt unserer geographischen Enge zu verdanken. Über deren Vorzüge schrieb einmal unser nationaler Feuilletonist Batty Weber: ?Wir haben auch das Gute, dass wir der Gefahr der Selbstüberhebung entrückt sind, denn wir kommen nicht in den Fall, uns einzu- bilden, wir hätten eine historische, eine Weltmission zu erfüllen." rd.


Dateien:
PDF(236 Kb)

88/2008 - Tourismus

p.  1