13/06/2008 18:47 Il y a : 11 yrs

Gastronomische Reise

Catégorie : 88/2008 - Tourisme 88/2008 - Tourisme

?COBB Gastronomische Reise In der Fußgängerzone von Antwerpen ruft Herr Decker flämisch aus: ?Ich könnte sterpen!" Hier sieht alles aus wie in Paris, all die Logos und die Marken ? ach wie mies! Heutzutage ähneln Städte sich wie Eier, nur das Land, auf dem ich lebe, ist mir teuer. Wer behauptet da noch, dass sich Reisen lohne, wenn die ganze Welt sich gleicht, wie Klon dem Klone? Und Herrn Decker wurmt es sehr, dass die Touristen sich benehmen, als ob sie's nicht besser wüssten. Wie sie heimisch sind auf diesem ganzen Mist, der als Plastikwelt doch nur ihr eigner ist. Alldieweil Herr Decker Trübsal blasend schreitet, merkt er kaum, wie er in eine Gasse gleitet. Noch so nah und doch entfernt vom bunten Treiben, kann Herr Decker sich nur noch die Augen reiben. Vor ihm steht ein altes Haus mit Restaurante; es sieht aus wie das von seiner alten Tante. Er betritt es und wird wunderbar empfangen und beschließt nach einem Mahle zu verlangen. Anfangs gibt es ein Gericht mit grünen Spörgeln. Das ist flämisch ? daran gibt es nichts zu nörgeln. Sind die Spargeln einmal wunderbar am Sprießen, kann Herr Decker manchen Gang davon genießen. Speis und Trank sind schnell zur Hand im Überflusse; er ergibt sich tief beeindruckt dem Gen usse und isst viel und gut und selbstverständlich teuer, und es schmecken ihm die Gaben ungeheuer. Deshalb gönnt er sich ein Spargel-Velouté, danach gibt es ein Sorbet aus grünem Tee. Wieder Spargeln, etwas Lachs und Schinkenrollen; kann der Mensch da noch was andres haben wollen?LIN Ein Kaffee wird noch bestellt und auch Konfekt, und zum Schluss gibt es ein Glas mit Spargelsekt. Es beschwingt ihn und beflügelt seinen Geist; das tut Wein mit gutem Essen ja wohl meist. Auch mit Spargeln ist das Hauptgericht garniert, dazu wird ihm Pata Negra präsentiert. Spargeleis und Spargelcrème lässt er sich munden; ein Pouilly Fume dazu, um abzurunden. Und Herr Decker zahlt die Rechnung mit Pläsier, preist den Koch und dankt dem Kellner noch dafür, dass sie ihm mit ihrer Kunst die Laune hoben. Diese Reise will er sich doch gerne loben. Jacques Drescher


Fichiers :
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88/2008 - Tourisme

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