19/07/2010 11:41 Alter: 9 yrs

25 Jahre Kapuziner-Theater Rück- und Ausblick

Kategorie: 94/2010 - Theater 94/2010 - Theater

 

Marc Olinger, der scheidende Direktor, der am kommenden 5. Januar 2010 in Pension geht, sieht auf seine 25-jährige Arbeit zurück: „Mon projet à la tête de cette nouvelle institution était clair: faire du Théâtre des Capucins le premier théâtre professionnel de créations. Avec l’aide des responsables politiques qui ont donné les moyens financiers nécessaires, je crois que nous n’avons pas trop mal réussi. Je pense qu’aujourd’hui tous les amateurs du théâtre de création à Luxembourg connaissent les acquis de ces 25 ans, tous les grands moments de théâtre qu’ils ont pu vivre dans ce lieu, toute la vitalité théâtrale que les Capucins ont engendré.“ 

 

Und der Luxemburger Schauspieler Steve Karier erinnert sich: „Ich war 1985 woanders. Ganz woanders. Aber dennoch: Als das Kapuzinertheater aufging, war das ein Quantensprung für das Theater in
Luxemburg. Es war der erste, sehr zaghafte Schritt zu einer Theaterproduktion, die sich irgendwie an den sonstwo üblichen Produktionsabläufen orientierte. Und nicht mehr am hiesigen Dorf- oder Vereins-theater, was, ehrlich betrachtet, der organisatorische Stand auch bei den drei kleinen Kreationsbühnen war. Es waren enorme Hoffnungen daran geknüpft. Und es hat sich Einiges erfüllt an Hoffnungen.“

 

Ein bissschen Angst und Unbehagen vor der Zukunft mag „die alte Garde“ der Produzenten, Schauspieler und Techniker aber nicht verhehlen. Dies, weil Olinger nicht durch einen neuen Direktor ersetzt wurde, sondern Frank Feitler künftig zusammen mit dem Grand-Théàtre am Rond-Point-Schuman auch das Kapuzinertheater mitregiert. Soll dieses künftig also bloß noch als Anhängsel, als dritter Sal fungieren?

Frank Feitler zerstreut diese Befürchtungen wie folgt: Marc Olingers 25-jährige Pionierarbeit in Sachen Eigenproduktionen soll auch unter seiner Leitung weitergehen. So sind für die kommende Saison 2010/2011 bereits zehn Erstaufführungen (luxemburgische, deutsche, französische und englische) fest eingeplant. Und er betont, dass in diesen Krisenzeiten zwar Einsparungen nötig sind, aber diese sollen weder auf Kosten der Qualität gehen noch auf dem Buckel des Personals ausgetragen werden. Von Entlassungen im technischen oder administrativen Bereich kann keine Rede sein, und auch das Hollericher Atelier soll an Ort und Stelle verbleiben, aber enger mit den Werkstätten am Rond-Point Schuman zusammenarbeiten. Was aber für den einzelnen keineswegs mehr Arbeit bedeuten soll, wenn die Logistik so funktioniert, wie der altneue Doppel-direktor sich das vorstellt. Und die sieht im Klartext so aus, dass quasi allabendlich in der Theatersaison in den beiden Häusern etwas über die Bühne geht. Aber jeweils eben nur in einem Saal.

 

 

 

r.cl.


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