08/06/2004 15:49 Alter: 15 yrs

Luxemburger Altstadt: Vergangenheit hat wieder Zukunft

Kategorie: 76/2004 - Altstadt 76/2004 - Altstadt

?Luxemburger Altstadt: Vergangenheit hat wieder Zukunft imedia Titelphoto: Guy Hoffmann Dank dem Fonds de la Rénovation de la Vieille Ville ist die Luxemburger Altstadt rund um den alten Fischmarkt seit einigen Jahren wieder zu neuem Leben erweckt worden. Historische Bausubstanz, die vor einigen Jahrzehnten vom völlig überfüllten Staatsmuseum aufgekauft worden war, um Platz für neue Ausstellungsflächen und Büros zu schaf- fen, ist seit der Fertigstellung des Museumsbaus frei gewor- den. Hier entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem staat- lichen Denkmalschutzamt wieder zeitgemäßer Wohnraum, was zweifellos zur Wiederbelebung des Altstadtkerns bei-tragen wird. EDITORIAL 1927 Batty Fischer e Photothèque de la Ville de Luxembourg Auch in den alten Mauern der Clinique Saint Joseph werden geschmackvolle Studios und Appartements mit Blick auf die Altstadt geschaffen, und wenn in einigen Jahren die Cité Judiciaire auf dem Heilig-Geist-Plateau fertig gestellt sein wird, dann soll auch der alte Gerichtshof nach einer sach-kundigen Renovierung eine neue repräsentative Bestim-mung erhalten. Am Fischmarkt, der Wiege der Stadt und dem Lande Luxem-burg, wohnten früher Menschen aller sozialen Schichten Tür an Tür: Bankdirektoren, Handwerker und Kommis, Eisen- bahner und Maurer, Regierungsräte und Tagelöhner. Es gab Handwerksbetriebe und Geschäfte, volkstümliche Bistrots, und bis ins Jahr 1926 wurden auf dem ältesten Markt der Stadt allwöchentlich sogar noch Fische und Flusskrebse ver- kauft. Altstadtsanierung in Luxemburg: Man wollte die baulichen Maßnahmen ganz im Sinne einer ?erhaltenden und respekt- vollen Erneuerung" durchführen, das heißt die historischen Schichten und die Artefakte der Innenausstattung der Häu- ser berücksichtigen, da sie das Erbe einer breiten Alltagskul- tur darstellen. Nur wenn das Original nicht mehr vorhanden war, sollte Neues, in der Sprache unserer Zeit, zum Ausdruck kommen. Von Anfang an war eine ?radikale Entkernung" kein Thema, und so war das ganze Projekt bisher, laut den Verantwortlichen des Fonds, ein mühseliges und vor allem zeitaufwändiges Unterfangen. Was Wunder, dass die neuen Wohnungen dementsprechend teuer geworden sind. Aber man kann nicht alles haben: Wenigstens werden in Zukunft wieder Menschen in der Altstadt wohnen. Und das ist immerhin schon etwas. r.cl.


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76/2004 - Altstadt

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