40 Jahre ons stad und Cents-Fetschenhof

Vierzig Jahre ons stad...
Vierzig Jahre ist es schon her, seit die erste ons stad aus der Taufe gehoben wurde. Colette Flesch ist Bürgermeisterin, als Henri Beck, 1979 seit dreißig Jahren Generalsekretär der Stadt Luxemburg, mit dem Projekt eines kulturellen Stadtmagazins an sie herantritt. Von Anfang an können er und seine Mitarbeiter der ersten Stunde, René Clesse, Dieter Wagner, Vic Fischbach und Jacques Nicolay, auf die Unterstützung der Stadt Luxemburg zählen. ons stad findet rasch eine weite und interessierte Leserschaft. Das Magazin, das kostenlos an alle Haushalte der Stadt verteilt wird, ist durch die Vielfalt seiner Themen und Beiträge abwechslungsreich und ansprechend. Zahlreiche Autoren, von denen einige noch heute für ons stad schreiben, tragen mit ihrem Wissen und ihrem eigenen Stil zum Erfolg der Zeitschrift bei, die heute ein beliebtes Sammlerobjekt geworden ist. Parteipolitisch neutral, behandelt ons stad eine Vielfalt an Themen. Die Entwicklung einzelner Stadtviertel wird vorgestellt oder die Aufgaben der kommunalen Dienststellen erklärt. Kultur, Architektur, Gesellschaft und Umwelt werden unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet, genauso wie die Sportmöglichkeiten oder die Grünanlagen der Stadt. Regelmäßige Rubriken behandeln die Sammlungen der Kulturinstitutionen der Stadt sowie den Ursprung der Straßennamen der Stadt Luxemburg. Da ons stad nur noch zweimal jährlich erscheint, verzichtet sie künftig auf Buchvorstellungen der Cité Bibliothèque, wie auch auf die Rubrik „Auf den Bühnen der Stadt“ oder auf das Programm des Cercle Cité, da diese Themen ausführlich im monatlich erscheinenden City Magazin behandelt werden. Henri Beck (+2004), Dieter Wagner (+2007) und René Clesse (+2016) erleben den 40. Geburtstag von ons stad nicht mehr. Es sei ihnen an dieser Stelle gedankt für dieses schöne Projekt, das sie 1979
ins Leben gerufen haben und das nun in ihrem Sinne weitergeführt wird. Seit letztem Jahr erscheint ons stad nur mehr zweimal pro Jahr, jeweils Anfang Mai und Anfang November, und ab dieser Nummer in einem frischeren, leserfreundlichen Layout.

... und Cents-Fetschenhof
Nach zwei thematischen Nummern (Die Welt der Bücher und Die Stadt Luxemburg im Ersten Weltkrieg) widmet sich ons stad in der Nummer 119 dem Stadtviertel Cents-Fetschenhof, einem der jüngsten Viertel der Stadt: Bis 1961 standen dort nur 112 Wohnhäuser, in denen etwa 500 Menschen lebten. Erst mit dem Bau des Wohnviertels der „Société nationale des habitations à bon marché“ ab dem Beginn der 60er Jahre nahm das Viertel seinen Aufschwung. Allerdings kann die Anhöhe auf eine Geschichte zurückblicken, die bis zur Römerzeit zurückreicht. Natürlich ging auch die Entwicklung der Festungswerke nicht spurlos an diesem Plateau vorüber: Noch heute kann man einen Großteil der Befestigungen der „Trierer Front“ bewundern. Auf dem Friedhof von Cents fanden die Mitglieder bekannter Stadt Luxemburger Familien ihre letzte Ruhe, wie auch namenlose Gefängnisinsassen oder mittellose Einwohner der Stadt. Aus dem ehemals ländlichen Plateau – mit Bauernhöfen, Feldern und Weiden – ist ein dicht bewohntes, lebendiges Viertel geworden. Es ist geprägt von den zahlreichen, über die Jahre erschlossenen Wohnviertel der „Société nationale des habitations à bon marché“, aber auch von aufwendigen Bau- und Infrastrukturarbeiten, welche die Stadt Luxemburg dort vornehmen läßt.
Ein schönes Beispiel moderner Kirchenarchitektur stellt die Centser Pfarrkirche dar, die außerdem herausragende Werke Luxemburger Künstler beherbergt. Seit 2014 hat auch das Kloster der ehemaligen Karmeliterinnen mit den „Servantes du Seigneur et de la Vierge de Matara“, einem teils kontemplativen, teils apostolischen Orden aus Argentinien, neue Bewohnerinnen gefunden. Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist Cents-Fetschenhof auch ein wichtiges Stadtviertel für die Pfadfinderbewegung, die dank großzügiger privater Gönner dort eine schöne Heimat fand. Und schließlich ist es ein sehr sportliches Viertel mit zahlreichen Vereinen, dem Sportlycée und dem Institut national des Sports. Spannend ist der Blick eines jungen Luxemburger Schriftstellers aus Diekirch, der das Stadtviertel von seinem Schreibtisch aus erkundet.... Wir danken allen ons stad-Lesern und -Sammlern für ihr Interesse und ihre Treue und wünschen ihnen eine spannende Entdeckungsreise durch ein junges Wohnviertel mit einer langen Geschichte.